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KÜNSTLER
        
          IN  DER  FAMILIE





Biografie
Erlebtes
Anekdote
Honved Militärmusik
Székesfehérvár
 
Richard Fricsay jun.
 1888 - 1960
Livia Dobay
 1912 - 2002
Rita Schuler
 1933 - 2006
Andras Fricsay
  geb. 1942
Ferenc von Szita
 geb. 1969


Biografie                                                                                                                         


Am 24 März 1867 wird Richard Frycay in Kremsier (Mähren) geboren. Besuch der Franz-Joseph- Hochschule und Beginn seiner musikalischen Ausbildung. Kompositionslehre (Josef Nesvera) und Kapellmeisterlehrgang absolviert er in Olmütz (Musikeleve noch während dem Studium bei Infanterie Regiment). Nach bestandener Kapellmeisterprüfung, erhält er auch das Diplom als staatlichgeprüfter Musiklehrer für Klavier, Violine und Orgelunterricht.

1888 – 89 Lehrer an der Franz-Josef-Musikschule in Kremsier

1889  Anstellung bei Möbelfabrik Thonet in Wsetin, wo er neben der Arbeit die Betriebsmusik und das Städtische Orchester leitet

1896  Umzug mit Frau Amalie, Tochter Maria und Sohn Richard nach Székesfehérvár (lat. Alba Regia, Stuhlweissenburg, der einstigen Krönungsstadt Ungarns). Dort beginnt seine 40jährige musikalische Karriere im Honvéd (ungarische Landwehr-Regimente - diese waren unabhängig von der k.u.k. Armee).

Nebst Erfüllung militärischer Pflichten, entwickelt er starke Aktivitäten für das Musikleben der Stadt. Er bietet der Bevölkerung Musik mit Pflege der ungarischen Tradition und gibt Aufführungen aus dem musikalischen Weltrepertoire.  Neben seiner Tätigkeit als Kapellmeister ist er Lehrer für Musik und Gesang an der staatlichen Oberrealschule und dem Mädchengymnasium. 1898 entsteht aus seiner Feder der landesweit bekannte Kranitz-Marsch (Parademarsch des Distrikts). In den folgenden Jahren komponiert er viele Musikstücke für Militär und Feuerwehr: Märsche, Fantasien über die Kurutzen-Lieder und zusätzlich Volksliedermärsche.

         Die Famillie in Skékesfehérvàr     

1899  Aufführung der "Schlachtensymphonie" Beethoven's mit seinem Regiment. (Erst 1901 folgt Uraufführung durch Budapester Philharmoniker)

1902 bekommt er die ungarische Staatsbürgerschaft, Orthographieänderung in „Frycsaj“, 1925 übernimmt er die heutige Schreibweise Fricsay seines damaligen Künstlernamens .

1912 Verlegung nach Nagyvárad (Grosswardein) Aufbau des Musiklebens

Bronzebüste in Famlienbesitz


1913 Umzug nach Budapest: Leitung der Musik vom Budapester Landwehr Distrikt. Verehelichung mit Berta Lengyel nach mehreren Jahren als Witwer.

1914 Geburt des Sohnes Ferenc Károly; 
Verlegung des Regiments nach Bosnien, wo er in serbische Gefangenschaft gerät.

1915 Rückkehr nach Budapest. Aufgaben des Musikkorps für Militär und Wohltätigkeit, Symphonische Konzerte mit Begleitung von weltberühmten Künstlern in Konzerten.

Konzertreisen: München vor den Königlichen Hof, Nürnberg, Fürth, Würzburg, Augsburg, Regensburg und Passau. Aufführung in Bayreuth vor Siegfried Wagner und seiner Familie (der einzige ungarische Landwehrkapellmeister, der vor ihm mit seinem Orchester konzertieren darf.

Verleihung des Offizierskreuzorden durch den König von Bayern.

1918 Gastspiele in Bulgarien und Türkei, wo er mit vielen Auszeichnugnen geehrt wird.

1920 Nach einschneidenden politischen Unruhen übernimmt Richard Fricsay, inzwischen als Musikdirektor des Honvéd ernannt, die Reorganisation des Musikwesens der Armee:

- Um das Bildungsniveau der Kapellmeister zu erhöhen, erreicht er, dass künftige Militärkapellmeister nur mit einem Diplom der staatlichen Franz-Liszt Hochschule angestellt werden. Er selber geht als gutes Beispiel voran und legt 1921 sein Examen ab. Für arbeitslose Musiker und alte Kameraden schafft er Anstellungen.

- Die Beschäftigung des Orchesters wird immer schwieriger: viele Kaffehäuser müssen schliessen, auch Bierhallen, die übrig bleiben können sich ein Orchester nicht mehr leisten. Europa wird von Jazz überflutet, diese braucht nur kleine Ensembles.

- Fricsay schliesst einen Kontrakt mit dem Englischen Park  für Freilichtkonzerte während der Sommerperiode. 15 Jahre lang wird dieser ein Schauplatz für Symphonische Konzerte von hohem künstlerischem Niveau.

- Die wachsende Stummfilmindustrie benötigt Begleitmusik, diese Niesche nützt Fricsay geschickt und spielt mit seinem Orchester im grössten Filmtheater der Hauptstadt in verschieden grossen Formationen. In diesen Gruppen musizieren viele mittellose Studenten, die nur für ein paar Stunden Uniformen anziehen, und Dank der Initiative Fricsay’s so ihren Lebensunterhalt verdienen können.

1925 spielt er im Ungarischen Rundfunk unentgeltlich und übernimmt 1928 die Leitung im neuen Funkhaus. Übertragungen aus dem Englischen Park werden zu einem festen Bestandteil des ungarischen Rundfunkprogramms


1934 tritt Richard Fricsay in den Ruhestand (nach 38 Dienstjahren und mehr als 1000 Rundfunkkonzerten). Sein letztes Gast - Dirigat, am 3. April 1944 im Rundfunk, wird wegen einem Sirenenalarm (Luftangriff)  jäh unterbrochen. 

Grab von Richard Fricsay sen.
Richard Fricsay stirbt, müde von den Strapazen und Wirrnissen der Belage-rung, am 16. März 1945.



Die Honvéd ehrt bis zum heutigen Tag ihren gewesenen Musikdirektor durch Grabpflege und jährliche Kranznieder-legung mit musikalischem Gruss. Ihr Verein trägt seinen Namen.

 

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